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Die Bereiche des Instituts

Foto: Yvonne Ruhose

Nachricht des Instituts für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft

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Bewilligung DAAD Antrag Hochschuldialog mit Südeuropa

In der Förderlinie "Hochschuldialog mit Südeuropa" des DAAD wurde das von Prof. Dr. Claudia Öhlschläger (Komparatistik) initiierte Projekt "Narrative des Humanismus in der Weimarer Republik und im Exil: Zur Aktualität einer kulturpolitischen Herausforderung für Europa" bewilligt. Es bildet den Auftakt der wissenschaftlichen Kooperation mit der Germanistik an den Universitäten Verona (Prof. Dr. Arturo Larcati; Prof. Dr. Isolde Schiffermüller) und Foggia (Prof. Dr. Lucia Perrone-Capano).

 

Das den Wissenstransfer zwischen der deutschen (Claudia Öhlschläger) und den italienischen KooperationspartnerInnen (Arturo Larcati, Isolde Schiffermüller, Lucia Perrone Capano) stärkende, auf gegenwärtige gesellschaftspolitische Problemlagen hin fokussierte Forschungsprojekt fragt nach Narrativen des Humanismus in essayistischen und journalistischen, kulturpolitisch ausgerichteten Texten der Weimarer Republik und des Exils der Nachfolgejahre. Methodisch versteht sich das Vorhaben als eine vergleichende Untersuchung heterogener und zum Teil auch widersprüchlicher Konzepte des Humanismus, die Herausforderungen für eine aktuelle Standortbestimmung darstellen: In der Gegenwart erleben wir eine durch vielfältige Faktoren und Ideologien ausgelöste Krise Europas, die sich aufgrund der Corona-Pandemie radikal verschärft hat. Dies zeigt sich insbesondere darin, dass Europa als multikultureller, politischer, ökonomischer und supranationaler Staatenbund durch nationalistische, autoritäre und patriotische Ansprüche einzelner Staaten auseinanderzubrechen droht und entsprechende Exklusions- und Repressionsmechanismen zu beobachten sind, deren Folgen in mögliche individuelle und kollektive Katastrophen münden, wobei menschliche Grundrechte und Werte wie Freiheit, Toleranz und Menschenwürde radikal in Frage gestellt werden. Umso dringlicher erscheint daher eine historisch-archäologische Bestandsaufnahme humanistischer Diskurse in historischen Krisenzeiten, die Kristallisationspunkte humanistischer Wirksamkeit auch für die Gegenwart identifiziert. Heuristisch macht das Projekt die Kategorie des Narrativs stark, um erstens dem Befund gerecht zu werden, dass Positionen des Humanismus gerade in Zeiten eines historisch-politischen Umbruchs eine starke Tendenz zur sinnstiftenden Narrativierung besitzen, und um zweitens zu kennzeichnen, dass es im Projekt um die Rekonstruktion historischer Rezeptionslinien humanistischen Denkens geht, die in der Ära der Weimarer Republik und der nachfolgenden Zeit des Exils aufgerufen, umgeschrieben und zuweilen populär werden. Das literatur- und kulturwissenschaftliche Projekt basiert auf der Überzeugung, dass die Erschließung humanistischer Diskurse in der Krisenära der Weimarer Republik und in den nachfolgenden Kriegsjahren entschieden dazu beiträgt, sich den aktuellen Herausforderungen eines Humanismus für Europa zu stellen: Durch die Auseinandersetzung mit den durchaus heterogenen Konzepten des (historischen) Humanismus soll der kritische Geist der jungen Generation EU für die Verteidigung demokratischer Grundwerte und für einen effektiven Widerstand gegen Populismus innerhalb und außerhalb Europas geschärft werden.

Die Universität der Informationsgesellschaft