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Autor: Joakim Jardenberg | Lizenz: CC BY 2.0 Bildinformationen anzeigen
Autor: Michal Dočekal | Lizenz: CC BY-SA 2.0 Bildinformationen anzeigen
Autor: Clyde Robinson | Lizenz: CC BY 2.0 Bildinformationen anzeigen
Autor: Harco Rutgers | Lizenz: CC BY-SA 2.0 Bildinformationen anzeigen
Autorin: Janaina C. Falkiewicz | Lizenz: CC BY 2.0 Bildinformationen anzeigen

Autor: Joakim Jardenberg | Lizenz: CC BY 2.0

Autor: Michal Dočekal | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Autor: Clyde Robinson | Lizenz: CC BY 2.0

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Autorin: Janaina C. Falkiewicz | Lizenz: CC BY 2.0

Dienstag, 07.07.2020 | 18.00 - 20.00 Uhr

Anna-Verena Nosthoff & Felix Maschewski: „From Mad Men to Math Men?“

Anna-Verena Nosthoff & Felix Maschewski: „From Mad Men to Math Men?“
Der Fall Cambridge Analytica im Lichte kybernetischer Gouvernementalität

Der Vortrag untersucht das Zusammenwirken der Firmen Cambridge Analytica und Facebook als Beispiel einer „Politik der Netzwerkaffekte“ auf Basis einer besonders eindringlichen Form »kybernetischer Gouvernementalität«. Dabei treffen vor allem, so die These, zwei sich wechselseitig bedingende Logiken aufeinander: Einerseits Facebooks Selbstverständnis als vermeintlich „neutrale“ Plattform, der es, klassisch-kybernetisch, weniger um inhaltliche Ausrichtung oder Moderation, sondern vielmehr um die möglichst reibungslose Optimierung (und Ökonomisierung) der Kommunikationsströme geht; andererseits die dezidiert rechtspopulistische, auf klassische „Freund-Feind“-Dichotomien konzentrierte Informationsagenda Cambridge Analyticas, die sich jedoch, so wird zu zeigen sein, so nahtlos wie programmatisch in die Plattformlogik Facebooks einfügt. Der Vortrag nimmt dabei zunächst die „soziale Infrastruktur“ Facebook als Dispositiv der Aktivierung, d.h. das hier wirksame psychopolitisch wie datenökonomisch grundierte Zusammenspiel von Anreizen, Affekten und Anstößen (engl. nudges) in den Blick. In diesem Konnex wird aufgezeigt, wie die Plattform eine ganz eigene „Regierungskunst“ und sich selbst zu einem gouvernementalen Unternehmen entwickelt hat, das, ganz im Sinne Foucaults Begriff der Macht, „Anreize [bietet], verleitet, verführt, erleichtert oder erschwert“ – kurz: technologisch „auf Handeln gerichtetes Handeln“ einrichtet. Vor diesem Hintergrund soll anschließend nicht nur untersucht werden, wie die von Facebook annoncierte Programmatik von Agenturen wie Cambridge Analytica – hier wird auch Bezug auf die (Un-)Wirksamkeit der Methoden (Stichwort: micro-targeting, „dark posts“ etc.) genommen – bespielt wurde. Auf einer Metaebene wird auch zu diskutieren sein, welche Konsequenzen die konsumtive Plattformlogik und die hier avisierte Affizierung von „Netzwerkaffekten“ für das Politische und nicht zuletzt die Öffentlichkeit – auch im Sinne eines möglicherweise neuen, digitalen Strukturwandels – selbst zeitigt. Letztlich zeigt sich vor allem, dass digitale Plattformen/Technologien entgegen dem insbesondere im Silicon Valley populären Narrativ von einer technologischen Neutralität keineswegs als bloße Mittel, sondern immer auch als politische Machtinstrumente zu verstehen sind.

Anna-Verena Nosthoff ist Philosophin, politische Theoretikerin und Dozentin am Fachbereich Politikwissenschaften der Universität Wien sowie an der FU Berlin. Zuletzt war sie Research Fellow am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft. Sie forscht v. a. zur Kybernetisierung des Politischen und zur Genealogie der Kybernetikkritik. Als Essayistin schreibt sie zudem regelmäßig u. a. für das Feuilleton der NZZ, FAS, Spex, Berliner Gazette und Die Republik. Bisherige Veröffentlichungen insb. zu Adorno, Agamben, Anders, Beckett, Levinas sowie dem Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Demokratie sind in diversen internationalen Journals (u. a. Thesis Eleven, Cultural Politics, Culture, Theory & Critique) und Sammelbänden erschienen. Ihr Buch Die Gesellschaft der Wearables (geschrieben mit Felix Maschewski) ist 2019 bei nicolai Publishing & Intelligence erschienen.

Felix Maschewski ist Kultur- Literatur- und Wirtschaftswissenschaftler sowei Dozent an der FU Berlin. Er ist Mitglied des PhD-Nets »Das Wissen der Literatur« der Humboldt Universität zu Berlin/Princeton University und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Wirtschaftsgestaltung (Berlin). Sein Buch »Die Gesellschaft der Wearables« (geschrieben mit Anna-Verena Nosthoff) erschien 2019 bei Nicolai Publishing and Intelligence. Neben akademischen Publikationen schreibt er regelmäßig u.a. für die Neue Zürcher Zeitung (Feuilleton), FAS, Die Republik, SPEX, Hohe Luft.

Nosthoff, A.; Maschewski, F. (2019): “Netzwerkaffekte. Über Facebook als kybernetische Regierungsmaschine und das Verschwinden des Subjekts,“ in: Breljak, Anja, Mühlhoff, Rainer and Slaby, Jan: „Affekt Macht Netz. Auf dem Weg zu einer Sozialtheorie der digitalen Gesellschaft,“ Bielefeld: transcript, pp. 29-54.

Aufgrund der Pandemie mußten wir die klassische Ringvorlesung in eine Podcast-Serie umwandeln:

https://www.on-data-driven-armament.net/#programm

Die Universität der Informationsgesellschaft