„Tuning the Noisegate: Politiken des Filterns, Selektierens und Verstärkens in populärer Musik” - unter diesem Motto fand die siebte, alle zwei Jahre stattfindende Tagung des deutschsprachigen Zweigs der International Association for the Study of Popular Music (IASPM D-A-CH) vom 28. bis 30. Mai 2026 statt. Gastgebend war diesmal das Institut für Musik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Eine kleine Delegation des Paderborner Pop-Teams, bestehend aus Prof.in Dr.in Beate Flath, Prof. Dr. Christoph Jacke, Joshua Wick, Lennart Hanke, Jule Feldner und Gesine Flick, war dort auch vertreten.
Nach den Willkommensgrüßen des amtierenden Vorsitzenden der IASPM D-A-CH PD Dr. Christofer Jost, der Studiendekanin der Fakultät für Sprach- und Kulturwissenschaften an der Universität Oldenburg Prof.’in Dr.’in Katrin Kleinschmidt-Schinke und des gastgebenden Instituts für Musik durch Prof.’in Dr.’in Susanne Binas-Preisendörfer begeisterte die Künstlerin und ehemalige Oldenburger Musikstudentin lil.lili mit einer interessanten Performance an einem modularen Synthesizer. In der anschließenden Keynote von Dr.’in Leslie Gaston-Bird „Credibilitizing: How underrepresented groups find new purpose in audio” wurde auf höchst spannende Weise der Fokus vor allem auf weibliche PoC-Repräsentation in Audio Engineer-Berufen gelegt. Nach einem intensiven Tag mit den ersten Panels und Sessions ging es für die Teilnehmenden zum Konferenzdinner in den Gleispark Oldenburg, um den Tagungsbeginn gemeinsam zu zelebrieren.
Am zweiten Tag ging es direkt weiter mit anregenden Sessions und Panels – darunter auch der Beitrag von Joshua Wick und Prof. Dr. Christoph Jacke aus Paderborn. In ihrem Vortrag „Gate-Keeper, Filter und Leerstellen in Sounds, Texten und Kontexten popmusikkultureller (Star-)Figuren und Images. Eine exemplarische Fallstudie zu Mark Hollis” gaben sie Einblicke in ihre ersten Untersuchungen im Rahmen eines größer geplanten Forschungsvorhabens zu Star- und Imagekonstruktionen durch Klänge speziell im Zusammenhang von Musikproduktion und Journalismus in Distribution beziehungsweise Rezeption.
Tagungstag zwei war vor allem durch eine Vielzahl an Sessions und Vorträgen geprägt. Zu Themen, wie unter anderem „Gatekeeping Praktiken und Repräsentationsmechanismen im Musikjournalismus” der Forscherin und Lehrbeauftragten im laufenden Sommersemester Dr.’in Sarah Mengede oder „Machtverhältnisse und Filter in der Pop-Musikgeschichte”, „Clubkultur – Gemeinschaft und Kampf um kulturpolitische Anerkennung” oder „Rap und Rapper*innen im digitalen Zeitalter” trugen die Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Forschungen in den Popular Music Studies vor. Nach einem Grillabend wurde in der Mitgliederversammlung der IASPM D-A-CH turnusgemäß der bisherige Vorstand und Beirat entlastet und für die Amtszeit 2026-2028 neu gewählt. Unter anderem wurden die Paderborner Masterstudentin Jule Feldner zum studentischen Beiratsmitglied sowie die Paderborner Doktorandin „Populäre Musik und Medien“ Teresa Becker zur Membership Secretary/Treasurer gewählt. Beiden gratulieren wir herzlich.
Am letzten Tagungstag fanden noch einige Panels und Sessions statt, die unter anderem die Themen „Verstärkung und Selektion auf Musikplattformen”, „Von Heimcomputerklängen zu In-Game-Concerts” oder „Noisegates und Datenfilter” beleuchteten. Zum Abschluss für die Paderborner Delegation gehörte das Panel mit Vorträgen von Vertr.-Prof. Dr. Pascal Rudolph, Prof. Dr. Martin Ullrich und Daniel Suer zu „Animal Voices - Noise, Sound, or Music?”, in denen tierische Geräusche in der Musikgeschichte, in Subszenen und ‘Multispecies Music Memes’ näher beleuchtet wurden.
Wir blicken auf eine spannende Tagung zurück, bedanken uns herzlich bei den Organisator*innen und der IASPM D-A-CH und freuen uns auf weitere gemeinsame Tagungen.
Eine audiovisuelle Zusammenfassung der Tagung kann auf dem Instagram-Kanal der Studiengänge „Populäre Musik und Medien“ angesehen werden (Tag 1 und Tag2&3).