Da­ni­el Fast­la­bend-Var­gas (Pad.): Hist. (Bild-)Deu­tungs­prakt. als Aus­druck ge­schichts­kul­tu­rel­ler Er­fah­run­gen? Ei­ne re­kon­str. Stu­die zu Aus­hand­lungs­pro­zes­sen Ju­gend­li­cher mit Ko­lo­ni­a­l­fo­to­gra­fi­en und kon­tro­ver­sen Bil­din­ter­pre­ta­ti­o­nen

Am Dienstag, den 09.05.2023, 16:15 Uhr (Raum L 2.201) stellt Daniel Fastlabend-Vargas aus Paderborn im Rahmen des gemeinsamen Kolloquiums der Neueren/Neuesten und der Zeitgeschichte sein Forschungsprojekt vor.

Mit seiner sozialempirischen Studie verfolgt der Vortragende das Anliegen, historische Deutungspraktiken Jugendlicher im Umgang mit Kolonialfotografien sowie dazugehörigen kontroversen Bildinterpretationen zu rekonstruieren. Dazu wurden Jugendgruppen mit unterschiedlichen politischen Grundorientierungen befragt (N=5). Anhand der im Umgang mit den Kolonialfotografien sowie dazugehörigen kontroversen Bildinterpretation entstandenen Aushandlungsprozesse wurden historische Konventionen zu Kolonialgeschichte rekonstruiert. Dadurch ergeben sich sowohl Einblicke in Umgänge Jugendlicher mit Kolonialfotografien und Perspektivität als auch in Vorstellungen Jugendlicher zu Geschichte und historischem Lernen sowie ebenfalls zu Kolonialgeschichte. Der Vortrag zeigt ein Spannungsfeld geschichtskultureller Interpretationsrahmen für diese Thematik auf, von der „Normerfüllung“ sowie „Normkritik“, über eine „Kenntniszentrierung“ bis zu einer „Lebensweltzentrierung“.

Interessierte sind herzlich eingeladen!