Vortrag von Miriam Brockmeyer-Koch am 10.12.25 von 11-12 Uhr im TP6.2.208
Beim Sprachverstehen treffen wir ständig Vorhersagen über das, was als Nächstes kommt. Doch was passiert, wenn diese Vorhersagen sich als falsch erweisen? Miriam Brockmeyer-Koch untersucht, wie Vorhersagefehler (prediction errors) die Sprachverarbeitung und das Lernen beeinflussen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle der Plausibilität: Da implausibler Input eine größere Abweichung von der Vorhersage verursacht, könnte er theoretisch eine stärkere Anpassung des mentalen Modells auslösen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob Sprecher:innen ihr mentales Modell tatsächlich an Informationen anpassen, die mit ihrem Weltwissen kollidieren, oder ob sie eher plausible, gut integrierbare Abweichungen nutzen, um zu lernen. Die Referentin präsentiert zwei empirische Studien, die semantisch unmögliche mit unerwarteten, aber plausiblen Stimuli vergleichen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einfluss der Plausibilität stark aufgabenabhängig ist. Überraschend ergibt sich ein Gedächtnisvorteil für plausiblen Input - für implausiblen Input konnte dies in keinem Fall nachgewiesen werden.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!