Im Rahmen der Abschlusstagung „Kultur-, literatur-, sprachwissenschaftliche und didaktische Dimensionen regionaler und oraler Kulturen“ des DAAD-geförderten Projekts „Vielfalt und kulturelles Erbe der Peripherie“ (01.–04.09.2025 an der Universität Paderborn) stellten Jonas Leineweber, Dr. Swen Schulte-Eickholt, Dr. Ines Böker und Dr. Cornelia Zierau das Projekt L:IKE – Lernwerkstatt Immaterielles Kulturerbe für schulische Bildung in NRW sowie die Teilprojekte Poetry Slam und Märchen erzählen im Deutschunterricht vor.
Das Projekt L:IKE
Das am Lehrstuhl für Kulturerbe der Universität Paderborn verankerte und vom Land NRW geförderte Projekt untersucht, wie immaterielles Kulturerbe – etwa Bräuche, Rituale, mündliche Ausdrucksformen oder darstellende Künste – im Unterricht reflektiert, vermittelt und kritisch diskutiert werden kann. Ziel ist es, die in der UNESCO-Konvention von 2003 formulierten Anliegen stärker in der Lehrkräftebildung zu berücksichtigen und für die schulische Praxis aufzubereiten. Hierfür entwickelt die Lernwerkstatt wissenschaftlich fundierte Unterrichtsreihen, Materialien und Handreichungen, die Lehrkräften und Studierenden konkrete Ansätze für die schulische Vermittlung bereitstellen.
Das Seminar „Märchen erzählen als immaterielles Kulturerbe im Deutschunterricht“
Dr. Swen Schulte-Eickholt stellte ein im Kontext des Projektes durchgeführtes Seminar (Wintersemester 2024/25) vor, das sich mit dem Erzählen von Märchen als immateriellem Kulturerbe im Deutschunterricht auseinandersetzte. Märchen gelten als mündlich überlieferte Erzähltraditionen, durch die Werte, Normen und Erfahrungen über Generationen weitergegeben werden. In dem Seminar entwickelten Studierende Unterrichtseinheiten, in denen Schüler:innen nicht nur Märchen lesen und analysieren, sondern diese auch erzählen, adaptieren und kreativ weiterentwickeln sollen. Handlungs- und produktionsorientiertes Arbeiten fördert dabei ästhetische Bildung und eröffnet neue Perspektiven auf kulturelles Wissen.
Das Seminar „Poetry Slam als Immaterielles Kulturerbe im Deutschunterricht
Dr. Ines Böker und Dr. Cornelia Zierau präsentierten Ergebnisse ihres Projektseminars (Sommersemester 2025), in dem Unterrichtseinheiten zum Poetry Slam als immateriellem Kulturerbe im Deutschunterricht entwickelt wurden. In Reihen wie „Kultur entdecken – verstehen – gestalten – performen – präsentieren: Poetry Slam als Zugang zum Immateriellen Kulturerbe“ geht es unter anderem um den Ausdruck persönlicher Perspektiven und kultureller Erfahrungen sowie die Förderung von Sprachbewusstsein und kultureller Teilhabe.
Fazit
Das Projekt L:IKE verdeutlicht, wie immaterielles Kulturerbe nicht nur traditionsbewahrend verstanden, sondern auch innovativ und partizipativ in Bildungsprozesse integriert werden kann. Ob durch das Erzählen von Märchen oder durch Formen des Poetry Slams – Lernende setzen sich kreativ mit kulturellen Ausdrucksformen auseinander, reflektieren Identität und Vielfalt und gewinnen so neue Zugänge zu Sprache, Literatur und Geschichte.