Neue Open-Ac­cess Pu­bli­ka­ti­on von Dr. Mo­ham­med Ab­del­ra­hem ver­füg­bar

Abdelrahem, Mohammed (2026). Zur Relativität islamischer Normativität: Diskurslinien der taṣwīb-Lehre von al-Ǧāḥiẓ (gest. 869) zu al-Ǧaṣṣāṣ (gest. 981) und al-Baṣrī (gest. 1044). Forum – Islamic Theological Studies, vol.5, Issue 1, 94-111. 

Wie viele Wahrheiten kann es im Islam geben? 
In seinem neuen Open-Access-Artikel geht Mohammed Abdelrahem der klassischen Frage nach: „Ist jeder muǧtahid im Recht?“ Anhand von Positionen bei al-Ǧāḥiẓ, al-Ǧaṣṣāṣ und al-Baṣrī rekonstruiert er drei unterschiedliche Modelle, wie islamische Theologen und Rechtsgelehrte mit Widerspruch, Pluralität und normativer Unsicherheit umgingen. Die Analyse zeigt, dass islamische Normativität schon früh nicht als starrer Wahrheitsanspruch gedacht wurde, sondern als dynamischer Möglichkeitsraum zwischen göttlicher Offenbarung und menschlicher Urteilskraft. Der Beitrag versteht sich zugleich als Plädoyer für die Relevanz klassischer uṣūl-Debatten in heutigen Diskussionen um Rechtspluralismus und religiöse Wahrheitsansprüche. 

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