08. November 2025 | 10:00 – 16:00 | Johanniszentrum Witten
Der von Menschen verursachte Klimawandel stellt viele Fragen – nicht nur die, was wir tun können, um unser Leben in Zukunft klimaneutral zu gestalten, sondern auch die grundsätzliche Frage nach der angemessenen Stellung des Menschen im Kontext einer bedrohten Welt. An die Stelle einer anthropozentrischen Sichtweise tritt immer mehr die Frage, was der Planet „Erde“ braucht, um jegliches Leben auf ihm zu bewahren. „Planetares Denken“ gilt wissenschaftlich als Gebot der Stunde. Religiöse Schöpfungserzählungen, Entstehungsmythen und Kosmogonien gelten als Quelle für das planetare Denken. Sie sind nicht mit ihm identisch, jedoch verwandt.
Vor diesem Hintergrund ergeben sich Fragen zum Umgang der Religionsgemeinschaften mit ihrem kulturellen Erbe: Welche Bestimmung hat der Mensch nach göttlichem Willen in der von Gott geschaffenen Welt? Welchen Anteil haben sie an der Fehlentwicklung, in der der Mensch die Erde ausbeutet? Worin besteht unsere gemeinsame Verantwortung heute?
Mit diesen und weiteren ähnlichen Fragen will sich die vorliegende Tagung, die am 8. November 2025 im Johanniszentrum der Ev.-luth. Johannis-Kirchengemeinde in Witten stattfindet, auseinandersetzen. Die Tagung ist Teil der vom Evangelischen Gesprächsforum in Witten organisierten Veranstaltungsreihe zur „Planetaren Gerechtigkeit“, die sich als Bildungsveranstaltung mit Vorträgen und Gesprächen versteht. Ihr Ziel besteht darin, zu Aktions- und Beteiligungsformaten einzuladen.
Im Rahmen dieser Tagung treten drei Weltreligionen ins Gespräch miteinander. Somit werden drei Referenten die oben explizierten Fragen aus ihrer jeweiligen Forschungsperspektive und religiösen Zugehörigkeit diskutieren:
- Vertr.-Prof. Dr. Raid Al-Daghistani (Institut für Islamische Theologie, Universität Paderborn): „Perspektiven für eine neue Umweltethik aus dem Geiste der islamischen Mystik. Die Praxis des Gebets, die Erfahrung der Einheit und der Verzicht“
- Amin Moghaddam (Diplom-Biologe und Informatiker, Unternehmensberater und systemwissenschaftlicher Forscher an der Entwicklung des Modells einer Lebensfähigen Menschheit): „Ein Planet, ein Lebensraum. Eine Baháʼí-Perspektive zur Neugestaltung der Beziehung der Menschheit zur Welt der Natur“
- Günther Krüger (Pfarrer in Ruhe, Evangelisches Gesprächsforum Witten): „Der Schöpfungsglaube im Alten und Neuen Testament Biblische Perspektiven im Horizont von ökologischen Krisen und menschlicher Ausbeutung natürlicher Lebensgrundlagen“
Die Referenten werden über die Frage der Herausforderung und Chance der „planetaren Gerechtigkeit“ reflektieren und dabei versuchen, Ressourcen aus ihrer eigenen religiösen Tradition auszuloten.
Weitere Informationen zur Veranstaltung lassen sich dem unteren Flyer entnehmen: