Am 17. November 2025 fand im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW NRW) in Düsseldorf die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts L-IKE: Lernwerkstatt Immaterielles Kulturerbe für schulische Bildung in NRW statt. Das zweijährige, vom MKW geförderte Projekt wurde am Lehrstuhl für Kulturerbe der Universität Paderborn durchgeführt und untersuchte, wie Immaterielles Kulturerbe (IKE) didaktisch aufbereitet, reflektiert und nachhaltig in schulische Lehr- und Lernprozesse eingebettet werden kann.
Grußwort vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft
In ihrem Grußwort dankte Claudia Determann (MKW NRW) allen Beteiligten für ihr außergewöhnliches Engagement und betonte, wie sehr das Projekt von der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Schule und Trägergruppen profitiert habe. Sie hob hervor, dass die entwickelten Unterrichtsreihen die Vielfalt des Immateriellen Kulturerbes sichtbar machen und neue Wege der kulturellen Bildung eröffnen.
Zugleich unterstrich sie die kulturpolitische Bedeutung des Themas: Immaterielles Kulturerbe sei identitätsstiftend und verbindend und müsse auch in Zukunft aktiv weiterentwickelt und in Bildungsprozesse eingebunden werden. Ihren besonderen Dank richtete sie an die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW, die Projektleitung und die Projektmitarbeitenden.
Einführung und Projektüberblick
Anschließend führte Prof. Dr. Eva-Maria Seng (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart/Universität Paderborn) in die Genese des Projektes und die Bedeutung der schulischen Bildung im Kontext der UNESCO-Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes von 2003 ein. Jonas Leineweber und Eric Watermeier präsentierten Ziele, Konzeption und die entwickelten Projektmodule, darunter das 6-Stufen-Modell zur systematischen Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien zum Immateriellen Kulturerbe.
Werkstatt- und Erfahrungsberichte
Die Einblicke in die Teilprojekte verdeutlichten die Breite des Themenfelds:
- Poetry-Slam im Deutschunterricht – Dr. Ines Böker, Imke Vogel und Laura Plorinn (Universität Paderborn) zeigten, wie performatives Schreiben kulturelle Teilhabe und Reflexion stärkt.
- Moderner Tanz im Sportunterricht – Dr. Vicky Kämpfe und Katharina Stoye (Netzwerk Moderner Tanz) veranschaulichten ästhetische und körperlich-kulturelle Lernzugänge.
- Buchbinderhandwerk im Geschichts- und Kunstunterricht – Pauline Wichmann (Universität Paderborn) stellte handwerkliches Kulturerbe als historischen und praktischen Lernanlass vor.
- Lernen anhand archivalischer Quellen – Dr. Britta Spies und Dr. Stefanie Fraedrich-Novag (Rheinisches Schützenmuseum Neuss) präsentierten archivalische Materialien als Quellen für historisches und kulturelles Lernen.
Perspektiven der Bundes- und Landesstellen
Weitere Impulse aus der Beratungs- und Forschungspraxis zum Immateriellen Kulturerbe gab Antje Reppe (Beratungs- und Forschungsstelle Immaterielles Kulturerbe Sachsen). Sie betonte die wachsende Bedeutung von kultureller Bildung im Kontext der UNESCO-Konvention und die Notwendigkeit, schulische Bildung und Kulturerbeprozesse stärker miteinander zu verzahnen.
Austausch und Ausblick
Im abschließenden Austausch wurde deutlich, dass L-IKE zentrale Impulse für die Integration des Immateriellen Kulturerbes in Schule und Lehrkräftebildung gesetzt hat – und zugleich den Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen, Vernetzungen und Projektvorhaben bildet.