Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Ringvorlesung "Judentum am Dienstag" im Wintersemester 2021/2022

Auch in diesem Semester findet die öffentliche Ringvorlesung „Judentum am Dienstag“ statt, diesmal zum Thema „Judentum, Feminismus und Genderstudien“. Das Pnina Navè Levinson Seminar für Jüdische Studien in Kooperation mit dem Zentrum für Geschlechterstudien an der Universität Paderborn laden zu vier Online-Vorträgen ein. Die Vorträge finden jeweils von 16:15-17:45 Uhr statt.

30.11.2021

Dina de-Malchuta Dina - Jüdische Diaspora-Rechtstheorie: Eine feministische Kritik
Prof. Dr. Charlotte Fonrobert (Stanford, CA)

14.12.2021

Was ist queere jüdische Theologie?
Monty Ott (Keshet Deutschland, Berlin)

18.01.2022

Judentum und Genderstudien
Dr. Tamara Or (Deutsch-Israelisches Zukunftsforum, Berlin)

01.02.2022

Stricken, weben, spinnen - Weibliche Fäden der jüdischen Diaspora
Prof. Dr. Liliana Feierstein (Humboldt-Universität, Berlin)

Bitte melden Sie sich an unter juedische.studien[at]kw.uni-paderborn[dot]de, Sie erhalten dann den Link zur online-Teilnahme.

14.12.2021 Was ist queere jüdische Theologie? Monty Ott (Keshet Deutschland, Berlin)

Am Dienstag, den 14. Dezember hält Monty Ott in der Zeit von 16:15-17:45 Uhr einen Online-Vortrag zu der Frage:

Was ist queere jüdische Theologie?

Monty Ott ist Gründungsmitglied der Plattform „Keshet“ für queere Jüdinnen:Juden. Als Politik- und Religionswissenschaftler publiziert er über die Kontinuitäten des Antisemitismus, deutscher „Erinnerungskultur“ und Intersektionalität. Ott schreibt seine Doktorarbeit zu "Queeres Judentum in Deutschland", einem Thema zu dem er bereits in seiner Masterthesis geforscht hat und engagiert sich im jüdisch-aktivistischen Medienprojekt „Laumer Lounge“.

Zu dem Vortrag:
Die Existenz einer „jüdischen Theologie“ wird von Jüdinnen:Juden immer wieder kritisch hinterfragt. 1831 sprach der junge, jüdische Bonner Student und spätere Begründer des Reformjudentums, Abraham Geiger, seinen Wunsch aus, „Theologe“ zu werden. 190 Jahre später stellt der Begriff einer „queer-jüdischen Theologie“ eine ähnliche Herausforderung dar. Jüdische Bewegungen, die Teil jüdischer Pluralität sein wollten, behaupten ihren Platz über die Auseinandersetzung mit jüdischen Quellen. Sie stellen die Fragen, ob und wie weit Tradition zu erhalten sei und welche Veränderungen möglich waren, um ihre eigene Lebenswirklichkeit in jüdischen Bräuchen, Gebeten und Quellen wiederzufinden. Welche Möglichkeiten und Herausforderungen bieten Queer Theory und Intersektionalität um neue Perspektiven auf das jüdisch-religiöse Erbe zu entwickeln? Dieser Frage geht Monty Ott in seinem Vortrag nach und skizziert, Möglichkeiten einer queer-jüdischen Theologie in Deutschland.

30.11.2021 Dina de-Malchuta Dina - Jüdische Diaspora-Rechtstheorie: Eine feministische Kritik Prof. Dr. Charlotte Fonrobert (Stanford, CA)

Am Dienstag, den 30.11.2021 findet der erste Onlinevortrag der Vortragsreihe "Judentum am Dienstag" statt. Prof.in Dr.in Charlotte Fonrobert wird um 16:15 Uhr über "Dina de-Machulta Dina: Jüdische Diaspora-Rechtstheorie. Eine feministische Kritik" referieren.

Rabbinische Rechtsdiskurse begründen sich immer auch in der gesellschaftlichen Realität. Dabei wird jüdisch-rabbinisches Recht konfrontiert von den Rechtsinstitutionen der Anderen. Die bekannte talmudische Maxime Dina de-Malchuta Dina – das Recht des Königreiches (Staates) ist gültiges Recht – formuliert die gesellschaftliche Erfahrung der jüdisch-rabbinischen Diaspora. Wieviel Autorität wird den Rechtsinstitutionen der Anderen zugestanden? Der Vortrag zeigt am Beispiel des jüdischen Ehe- und Scheidungsrechts die Entwicklung des rabbinischen Rechts (Halacha) als Rechtsdiskurs in der Diaspora. Er entwickelt zugleich eine feministisch begründete Theorie der jüdischen Diaspora.

Charlotte Elisheva Fonrobert ist Professorin für Jüdische Studien an der Fakultät für Religionswissenschaften der Stanford University in Kalifornien. Dort ist sie Direktorin des Instituts für Jüdische Studien (Center for Jewish Studies). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der rabbinischen Literatur der Spätantike, insbesondere im Talmud, im Kontext der spätantiken jüdischen und römischen Kultur, sowie in der Gender Forschung und Ritual Forschung. Rezente Publikationen: Menstrual Purity: Rabbinic and Christian Reconstructions of Biblical Gender (2000), The Cambridge Companion to the Talmud and Rabbinic Literature (with Martin Jaffee, 2007); Jewish Conceptions and Practices of Space (with Vered Shemtov, 2005); Talmud: Lehrbuch (utb, 2021).

Die Universität der Informationsgesellschaft