Werkstatt Sem­in­ar: Mu­seum­skof­fer Shared Her­it­age in Pader­born

In­halte

Die Bartholomäuskapelle wird in diesem Jahr 1000 Jahre alt. Zeit um sich mit ihrer spannenden Funktion auseinanderzusetzen.

Sie wurde 1017 vom Bischof Meinwerk erbaut. In ihr fand die Festkrönung statt, bei denen dem Kaiser durch einen geistlichen Würdenträger das Ornat und die Reichsinsignien angelegt wurden. Der Prozess des Ankleidens bildete eine sakrale Legitimation der königlichen Macht.

Der Moment der Verwandlung durch Kleidung und Reichsinsignien stellt den Mittelpunkt dieses Koffers dar. In der Regalseite in der linken Hälfte des Koffers liegen verschiedene Stoffstücke, die als Beispiel für die damals verwendeten Stoffe stehen. Sie können aus dem Regal des Koffers genommen werden. Zu ihnen gibt es kleine Informationskärtchen, auf denen die Stoffe, die Farben und Mythen um sie erklärt werden. Ebenfalls befindet sich ein kleiner Beutel mit Perlen und Edelsteinen in dem Regal. Aus denen zusammen ein eigenes Schmuckstück werden könnte. Weitere Gegenstände, die zu entdecken sind, sind kleine Modelle. Diese stellen die Reichsinsignien zurzeit Heinrich II dar. Sie sind Teil der Machtinszenierung und zeigen den großen emotionalen Wert, der den Gegenständen innewohnt. Auch Weihrauch ist zu entdecken, der durch seinen Geruch eine weitere Erfahrungsebene für den Besucher eröffnet. Die beiden Handpuppen in der rechten Kofferseite stellen den Bischof Meinwerk und Kaiser Heinrich II. dar. Beide Figuren besitzen verschiedene Kleidungsstücke, die ihnen an- und ausgezogen werden können. Hier kann der Besucher also aktiv den Verwandlungsprozess einer Person durch Textilien nachvollziehen.

Im Kofferregal werden die unterschiedlichen Sinne, Tast-, Seh- und Geruchssinn, angesprochen und ermöglichen so viele Anknüpfungspunkte zur materiellen Kultur. Der Koffer bietet verschiedenen Altersgruppen die Möglichkeit eigenständig auf Entdeckungsreise zu gehen, alle Materialien und die Funktion der Kapelle zu entdecken. Der Koffer soll die in Vergessenheit geratene Funktion der Bartholomäuskapelle und die Rolle textiler Gegenstände wieder in das Gedächtnis der Besucher rufen.

Der Museumskoffer beschäftigt sich mit den Engeln (und Putten) im Paderborner Dom, geschätzt 979[1] an der Zahl, die in ganz unterschiedlichen künstlerischen Umsetzungsformen aus verschiedenen Epochen im Dom zu finden sind.

Der Inhalt des Museumskoffers (Fotos, Figuren) gibt einen Eindruck in die Vielfalt der himmlischen Wesen, lädt ein zur ganz persönlichen Entdeckungsreise durch die Welt der Engel und regt durch verschiedene sinnliche Elemente zur Beschäftigung mit dem sehr umfangreichen Thema ein. Schülerinnen und Schüler (SuS) aller Jahrgangsstufen haben die Möglichkeit, sich mit dem Thema „Engel“, das eine große didaktische Bandbreite und methodologische Vielfalt bietet, auseinanderzusetzen. Durch Fotos können sich die SuS zunächst ein Bild vom Dom-Inneren sowie von verschiedenen Engelsfiguren, -abbildungen und Kirchenfenstern mit Engelsfiguren machen, wobei besonders die sog. „Engelkapelle“ (Konrad-Martin-Kapelle) im Vordergrund steht, deren beleuchtetes Portal als Foto den Kofferinnendeckel ziert.

Anhand von Lernpfaden[2] erarbeiten sich die SuS das vielschichtige Thema „Engel“, das durch unterschiedlichste Materialien (u.a. Federn, Stoffe, Weihrauch), die im Koffer vorhanden sind, auch einen sinnlich-ästhetischen Zugang[3] ermöglicht. Auch die Auseinandersetzung mit Zitaten aus der Bibel trägt dazu bei, die Geschichte der Engel, der Boten Gottes, zu erforschen und so Fragen zur Herkunft, Art, Farbe und Form der himmlischen Wesen auf den Grund zu gehen.


[1] Niggemeyer, Margarete: Eine Wolke von Zeugen. Bonifatius, 2007, S. 124

[2] Ströter-Bender, Jutta: Lebensräume von Kunst und Wissen. Paderborn, 2004

[3] Ströter-Bender, Jutta: Engel. Ihre Stimme, ihr Duft, ihr Gewand und ihr Tanz. Kreuz, 1988

Bischof Meinwerk ist eine wichtige Persönlichkeit in der Geschichte der Stadt Paderborn. Seine engen Beziehungen zu den jeweiligen Herrschern rückten Paderborn in seiner Zeit als Bischof in eine bedeutende Position im alten Reich. Meinwerk entstammte der zum sächsischen Hochadel zählenden Familie der Immedinger. Er wurde für die geistliche Laufbahn bestimmt. Kaiser Heinrich II. berief Meinwerk nach dem Tod des Paderborner Bischofs Rethar im März 1009 als dessen Nachfolger. Meinwerk ließ, aufgrund seines bedeutenden ererbten Vermögens, den Paderborner Dom wiederherstellen, gründete das Kloster Abdinghof und das Kanonikerstift Busdorf in der Bischofsstadt und reformierte die kirchlichen Einrichtungen. Die Kaiser dankten ihm seine Dienste, indem sie regelmäßig sein Bistum besuchten und ihm große Teile Land übertrugen. Im Mai 1036 verstarb Meinwerk.

Der Bischof als Geistlicher:

- Mitra/Abbildungen: Bischof Meinwerk: Zu den Insignien des Bischofs gehören Ring, Stab und die Mitra. Die bischöflichen Insignien waren oft kostbar gestaltet und mit Edelsteinen geschmückt. (Die Mitra kann „ausprobiert“ werden!)

- Kreuz/Messbuch/Gesangbuch: Das Feiern der täglichen Gottesdienste war für Bischof Meinwerk ein fester Bestandteil des Tages. Bischof Meinwerk wendete viel Aufwand auf um den Ort der gottesdienstlichen Verrichtungen und die dazugehörigen Gegenstände möglichst würdig und prunkvoll zu gestalten.

Der Bischof als Politiker und Feldherr:

- Ritterhelm: Meinwerk selbst hatte als Reichsfürst den Kaiser bei seinen militärischen Vorhaben zu unterstützen. Auch wenn hochrangige Adelige nur zu Pferde auf dem Schlachtfeld anwesend waren, kann man auch bei Bischof Meinwerk davon ausgehen, dass er für den Kaiser in so mancher Schlacht dabei gewesen ist. (Die Mitra kann „ausprobiert“ werden!)

- Krone: Die Insignien des Herrscherpaares wurden stets gut verwahrt und in der Zeit des Ottonisch-Salischen Reisekönigtums (der König hatte seine Pfalzorte, aber keine feste Residenz) auch mit auf Reisen genommen. Vor Ort waren die „Reichskleinodien“ nicht nur der Ausweis der Macht, sondern auch fest in die Rituale bei den Feierlichkeiten eingebunden. (Die Mitra kann „ausprobiert“ werden!)

Der Bischof als Bauherr:

- Bild: Ansicht des Domes, Abdinghof, Alexiuskapelle/Abbildungen der Bauten Meinwerks: Alle diese Gebäude auf dieser historischen Abbildung gehen auf die Zeit Meinwerks zurück.

Der Bischof in der Memoria:

- Abbildung: Byzantinischer Stoff: Meinwerk war schon zu seinen Lebzeiten gut vernetzt: Er selbst war viel auf Reisen. Ob er selbst bis nach Byzanz vorgedrungen ist, kann nicht bestätigt werden. Aber das Baumeister aus Byzanz in seinem Auftrag die Bartholomäuskapelle in Paderborn errichteten ist gewiss. Auch wissen wir, das Meinwerk selbst Textilien aus Byzanz getragen hat.

- Behältnis mit „Reliquien“: Meinwerk wurde von der Kirche in Paderborn sehr verehrt. Obwohl eine endgültige Kanonisation nicht erfolgte, gilt er als Seliger der Kirche. Auch Reliquien von Meinwerk wurden verehrt.

- Abbildung: Deckel des Paderborner Domtragaltars Helmarshausen 1120-1127: Dies ist die früheste bekannte Darstellung von Bischof Meinwerk. 

Wer einmal den Paderborner Dom besucht hat, dem wird an einigen Stellen der Pfau begegnet sein. Dass der Pfau einen festen Platz in Paderborn hat, verdankt er der Legende über die Gebeine des heiligen Liborius. In dieser Legende heißt es, ein Pfau sei der Überlieferung der Reliquien voran geflogen, um den Gesandten den Weg nach Paderborn zu weisen. Als die Reliquien in den Dom hineingebracht wurden, sei er tot zu Boden gefallen.[1] So kommt es, dass sich der Pfau als Begleittier des heiligen Liborius etablieren konnte und aus Paderborn nicht wegzudenken ist.

Der Koffer soll ermöglichen, den Pfau aus mehreren Perspektiven zu betrachten. Der Pfau wird auf verschiedene Bereiche aufgefächert und soll somit auf naturwissenschaftlicher, symbolischer, religionsgeschichtlicher, mythologischer, kunsthistorischer und kunstpraktischer Ebene untersucht werden. Im Vordergrund soll aber der Pfau in Bezug zur Stadt Paderborn stehen. Dazu finden sich viele Impulse und Materialien in Form von Figuren, Bücher, einer Handpuppe, einem Flabellum, Pfauenfedern etc. im Koffer, die anregen sollen, in diesen Bereichen zu forschen und weiterzuarbeiten. Es wird eine Vielfalt von Herangehensweisen geboten, sich mit der Thematik zu beschäftigen und sich so die Arbeitsaufträge zu erarbeiten. Denkbar ist in diesem Zusammenhang auch ein Stationenlernen im Unterricht, das den SuS die verschiedenen Facetten vermitteln soll. Darüber hinaus kann der Koffer fächerübergreifend in der Schule eingesetzt werden. Der Koffer ist nicht an eine bestimmte Schulform oder Jahrgangsstufe gebunden. Jedoch eignet er sich besonders gut für die Grundschule und die Sekundarstufe I, kann aber den entsprechenden Altersstufen angepasst werden.

Dadurch, dass der Pfau im und auch um den Dom herum, bis hin zu Paderborns Vororten und darüber hinaus, immer wieder auftaucht, ist er bis heute gegenwärtig. Aus diesem Grund bietet der Koffer vor allem für die regionalen Schulen diverse Anknüpfungspunkte für Exkursionen oder eigene Forschungen, wie zum Beispiel der Fragestellung nachzugehen – Wo finde ich den Pfau außer in Paderborn und im Dom noch? Gibt es eine Darstellung auch in meiner Heimat? Wie kommt es zu dieser? (Bsp.: Liboriussäule in Wewer oder die Liboriuskapelle in Salzkotten).


[1] Vgl. Reimbold, Ernst Thomas: Der Pfau. Mythologie und Symbolik. München 1983: Callway Verlag. S. 22.

Im Fokus dieses Museumskoffers stehen die Inschriften des Paderborner Doms und im Allgemeinen die Geschichte der Schrift. An vielen Stellen im Dom befinden sich Inschriften des Dombildhauers Heinrich Gröninger, welche es zu erkunden lohnt. Der Museumskoffer bietet verschiedene Möglichkeiten sich mit den unterschiedlichen Inschriften zu beschäftigen und darüber hinaus etwas zur Geschichte der Schrift zu erfahren. Daher soll der Koffer Schülerinnen und Schüler (SuS) der Sekundarstufe I sowie der Sekundarstufe II für das Thema der Schrift, insbesondere der Inschriften im Paderborner Dom sensibilisieren und kann fächerübergreifend in den Fächern Kunst und Deutsch eingesetzt werden.

Im heutigen Medienzeitalter schreiben immer weniger Menschen mit der Hand. Ob mit Smartphone, Tablet oder am PC - die moderne Kommunikation läuft fast ausschließlich digital ab. Kaum jemand muss mehr etwas mit der Hand schreiben. Das mit der Hand Geschriebene wird bewiesenermaßen stärker im Gehirn verankert und somit wird die Erinnerungsleistung geschult. Der Museumskoffer soll die Faszination am Schreiben bei SuS neu wecken. SuS können das Schreiben mit alten Werkzeugen wie der Feder und Tinte haptisch erfahren, ungewohntes Schreibwerkzeug wie den Federkiel oder Holzkohle selber herstellen und dieses Werkzeug schließlich in Schreibübungen erproben.

Im Koffer befinden sich verschiedene Exponate, die unterschiedliche Zugänge eröffnen, um sich den verschiedenen Bereichen zu nähern. Um einen guten Einstieg in die Thematik zu gewährleisten, kann die kleine Fingerpuppe, welche den ersten Dombildhauer Heinrich Gröninger darstellen soll, eingesetzt werden. Durch Briefe und andere Materialien können sich die SuS über die Biographie Gröningers informieren. Die Fingerpuppe kann besonders in der Sekundarstufe I die Suche und Erkundung der Inschriften bzw. Epitaphe im Dom interessant gestalten. Verschiedene bunte Markierungen an den Exponaten verweisen auf die passend markierten Briefumschläge, welche verschiedene Arbeitsaufträge, Techniken (Linolschnitt, Seifenschnitzen), Spiele oder weitere Informationen zu den verschiedenen Themen beinhalten.

 

Der Museumskoffer bietet einen praktisch orientierten Zugang zum Thema Libori- die fünfte Jahreszeit. Er eignet sich aufgrund der lokalen Bedeutung besonders für Kinder aus dem Paderborner Raum und ist für eine dritte Jahrgangsstufe in der Grundschule konzipiert. Das Thema Libori und vor allem Kirmes wird vielen Kindern bekannt sein und bietet so zahlreiche individuelle Zugänge. Zudem wird ein Wahrnehmen mit allen Sinnen gefördert.      
Bezogen auf Libori werden Kirmes und Kirche gegenübergestellt und durch die Biographie einer 92-jährigen Paderbornerin in Verbindung gebracht. Veranschaulicht durch eine Handpuppe erzählt sie die Geschichte des Liborifestes in Paderborn ab 1925 bis heute und öffnet durch handgeschriebene Briefe an ihre Freundin Annemarie weiterführende Themenkomplexe. Schülerinnen und Schüler können sich zusätzlich mithilfe von vorliegenden Wissensbüchern, -prospekten und einem Film das Thema erschließen.   
Zudem erweitern sie ihr Wissen über religiöse Feierlichkeiten, die Bedeutung eines Schreins und den Schutzheiligen Liborius sowie über die Prozessionen zu Libori. Viele Prozessionsteilnehmer tragen kennzeichnende Textilien sowie Kopfbedeckungen (ausgestellt: Schützenhut und Zucchetto) und haben teilweise ihr eigenes Symbol. Angeregt dadurch werden Symbole, Wappen und Orden hinsichtlich ihrer Bedeutung untersucht und selbst hergestellt.     
Altes Porzellan und gesammelte Libori-Motivgläser der Oma erinnern an den traditionellen Pottmarkt und regen darüber hinaus zum Töpfern eigener Gefäße an, die anschließend mit Paderborner Motiven versehen und in Form eines nachgestellten Pottmarkts in der Klasse ausgestellt werden. Des Weiteren können Ansteckherzen als Beispiel für Libori-Andenken selbst hergestellt und verziert werden.        
Die Gerüche der Kirmes sollen mithilfe von Geruchsdöschen und geschmacklich mithilfe einer Popcornmaschine und eigenen Libori-Rezepten nachempfunden werden. Neben dem Koffer befindet sich zudem ein Karussellmodell mit Playmobilfiguren zum Ausprobieren, Beobachten und als Inspiration für das Kreieren eines eigenen Karussells in Gruppenarbeit.      
Im Gesamten bietet der Koffer eine Bandbreite an kreativen Zugängen und kann neben dem Kunstunterricht im Deutsch-, Musik-, Religions- und Sachunterricht zum Einsatz kommen.

Dieser Museumskoffer soll SchülerInnen der Sekundarstufe II für das Thema der Mosaike aus den frühchristlichen Kirchen Roms sensibilisieren. Anhand einer exemplarischen Auswahl der fünf Kirchen SS. Cosma e Damiano, Santa Maria Maggiore, San Clemente, Santa Constanza und Santa Prassede sollen die SchülerInnen mit Fragen der Welterbepflege vertraut gemacht werden, sich ein Grundwissen über frühchristliche Symbolik aneignen sowie zu eigenen kreativen Prozessen angeregt werden. Dabei offeriert dieser Museumskoffer zahlreiche ästhetische und sinnliche Lernzugänge, mit vielen Materialerfahrungen, die einen motivierenden Charakter und Spaß am Lernen mit sich bringen. Fächerübergreifend kann dieser Museumskoffer im Chemie-, Religions-, Textil- und Biologieunterricht angewandt werden.

Der erste Blick des Betrachters soll sich auf die linke Kofferseite richten, an der fünf Mosaiktafeln angebracht sind. Diese zeigen Ausschnitte der fünf exemplarisch ausgewählten Kirchen, die charakteristisch für diese und auch für die frühchristliche Mosaikkunst insgesamt stehen. Die SchülerInnen erlangen einen ersten Einblick in die Thematik und es können ihr Interesse sowie ihre Lust an der Arbeit mit diesem Museumskoffer geweckt werden. Die erste Kofferseite ist in drei Ebenen unterteilt. In der obersten Ebene befinden sich Objekte, die im Zusammenhang mit der Glasherstellung stehen. Denn die frühchristlichen Mosaike zeichnen sich besonders durch die Verwendung von Glasmosaiken aus. Es soll ein Moment des Staunens darüber erreicht werden, welche Chemiekenntnisse die Menschen schon vor Jahrhunderten haben mussten. Die mittlere Ebene widmet sich zum einen der Wissensaneignung über frühchristliche Symbolik durch interaktives Lernen mithilfe von zwei Spielen, zum anderen der praktischen Arbeit, bei der den SchülerInnen verschiedene Materialien und Arbeitsaufträge Lernzugänge eröffnen sowie die Kreativität und Fantasie anregen. Die unterste Ebene bezieht sich auf den ersten Lernpfad zum Kulturerbe Annäherung durch Wissen. Es befindet sich dort eine kleine Bibliothek, die ergänzende Literatur zu den einzelnen Objekten innerhalb des Koffers bietet sowie Mappen mit Text- und Bildmaterial zu den fünf ausgewählten frühchristlichen Kirchen Roms. 

Thematik des Museumskoffers ist der Blumenschmuck im Dom und die dazugehörigen Floristen.

Bei der Umsetzung des Museumskoffers diente der Leitfaden der acht Lernpfade als Orientierung. Der erste Lernpfad beinhaltet die Annäherung an das Thema durch das eigene bereits vorhandene Vorwissen. Dafür liegen zwei Mappen im Koffer bereit, in denen Blätter mit je vier schwarz-weiß Blumenmotiven zum Ausmalen bereitliegen genauso wie die zu benutzenden Buntstifte. Dadurch kann man sein Wissen in Bezug auf die Blumenfarben testen. Zur Überprüfung oder zum Nachschlagen liegen zwei Malbücher im Koffer zur Verfügung, aus denen die Vorlagen stammen.
Die Kunsträume materiell und immateriell werden zum einen durch das Blumengesteck aus künstlichen Blumen im Deckel des Koffers vermittelt, zum anderen durch die fünf Duftsäckchen, deren Duft erraten werden kann. Kleine Zettel an den Beuteln verraten den tatsächlichen Duft. Unbekannt dürfte wohl den meisten Besuchern sein, dass die Blumen an sich keine Bedeutung im Kirchenzusammenhang haben. Das ausschlaggebende Kriterium sind die Farben der Blüten. Angefügt ist ein Farbkreis der verwendeten Blumenfarben, die beispielsweise im Paderborner Dom benutzt werden könnten. Außerdem zeigen zwei weitere Kreisläufe die Farben der Gewänder der Priester im Kirchenjahr. Wie ein solches Gesteck entsteht, zeigt der QR-Code im Deckel des Koffers. Er leitet den Nutzer weiter auf ein Video im Zeitraffer, welches das Stecken eines Blumengestecks für den Dom zeigt. Die Schattenseiten des Blumengeschäfts liegen versteckt in einer floralen Box. Darin werden Informationen zu Blumenplantagen vermittelt, die Arbeitsbedingungen, der Weg der Blumen meistens aus Ländern des globalen Südens. Um sich an das Thema des Blumenschmucks besser erinnern zu können, liegt Origamipapier in einer weiteren kleinen Kiste bereit mit einer Anleitung, sodass eine eigene Blume gefaltet werden und mit nach Hause genommen werden kann.

Mit dem Koffer sollen Menschen aller Altersgruppen angesprochen werden. Sowohl die Jüngeren mit den Ausmalbildern der Blumen, als auch die jungen Erwachsenen mit dem QR-Code zum Video und die ältere Generation mit den Farbekreisen des liturgischen Jahres. Es ist aber gleichzeitig so ausgelegt, dass die Gruppen Zugriff auf alle Informationen haben, um sich ein umfassendes Bild über das Thema des Blumenschmucks in Kirchen zu machen. Der Koffer ist dafür gedacht, einer möglichst großen Gruppe von Menschen einen Einstieg zu bieten und das Thema zu vermitteln. Dadurch soll das Bewusstsein für den als selbstverständlich hingenommenen Blumenschmuck gestärkt und in den Fokus gerückt werden. 

Der Paderborner Dom - viele Geheimnisse ranken sich um das wunderschöne alte Gebäude, mitten in der Paderborner Innenstadt. Das imposante Gebäude beeindruckt Jung und Alt. Und bei jedem Besuch kann man etwas Neues entdecken. Ein Bereich ist der Öffentlichkeit jedoch meist versperrt: der Domturm. Genau in diesem verbergen sich die Domglocken, die für das Glockengeläut der Stadt verantwortlich sind, dass die Paderborner und deren Besucher nur zu gut kennen. Dieser Koffer soll einige „Geheimnisse“ des Domturms offenbaren und die Glocken und deren Geschichte den Paderbornern und Interessierten näherbringen.

Der Museumskoffer ermöglicht einen ästhetischen Zugang zu dem Thema der Paderborner Domglocke. Zudem enthält er viele zusätzliche Informationen über die Glocken. Der Koffer ist so konzipiert, dass er für viele Altersstufen spannend ist, vor allem aber für Kinder und Jugendliche, außerdem für Musik- und Bastelbegeisterte und Pädagogen verschiedenster Einrichtungen. Es ist möglich im Koffer zu stöbern oder mit Hilfe von beiliegendem Aufgaben und Materialien die Paderborner Domglocken genauer zu erfahren. Der Koffer ermöglicht es das Thema der Domglocken auch fächerübergreifend (Kunst, Musik) zu vermitteln.

 

Der Museumskoffer repräsentiert die Baugeschichte des Paderborner Doms.

Die Zielgruppen des Koffers sind die Schülerinnen und Schüler (SuS) der Grundschule (3./4. Klasse) und der Sekundarstufe I. Im Rahmen einer Unterrichtsreihe, welche den Paderborner Dom in den Fokus setzt, bietet es sich an, die Themenbereiche Aufbau einer Kirche, Fenstermalerei und Kirchenbau im Mittelalter, im Vorfeld zu bearbeiten. Der Koffer eignet sich für die Einführung, Vertiefung und die kreative Aufarbeitung des Themas. Der Museumskoffer soll den theoretischen Unterricht begleiten. Dieser verfolgt die Lernpfade Annäherung durch Wissen (in Bezug auf die Baugeschichte) und Schattenseiten (Zerstörung durch das Feuer und den Krieg). Der Koffer kann fachüberübergreifend oder im Kontext einer Projektwoche eingesetzt werden, um die SuS für das Thema zu sensibilisieren und um das Interesse an der Geschichte des Doms zu wecken. Ziel ist die Weitergabe von kulturellem Gut in Bezug auf das regionale Umfeld. Als Grundlage dient die mit Hand geschriebene Geschichte des Doms, die einen umfassenden Blick auf den historischen Verlauf des Baus gibt. Darauf aufbauend können die angedachten Aufgaben bearbeitet werden. Es steht den SuS frei, an welcher „Station“ sie beginnen und inwiefern sie kunstpraktisch arbeiten wollen. Auf der rechten Seite im Koffer ist ein goldener Turm mit drei Fächern angeordnet. Dieser ist geschmückt mit Bildern der neuen Fenstermalerei. Der Turm soll zur kreativen Gestaltung eines Windlichtes oder Fensters anregen. Des Weiteren liegen zwei Domführer aus den 1960er und 1980er Jahren bei, die einen geschichtlichen Vergleich möglich machen und den Dom zu dieser Zeit visualisieren. Der Deckel des Koffers ist mit verschiedenen Bildern des Doms ausgestattet. Diese sollen die vergangenen Stadien der Kirche repräsentieren. Eine weitere Aufgabe des Koffers ist die Auseinandersetzung mit den Zerstörungen des Doms, die sich auch in dem Lernpfad Schattenseiten widerspiegeln. Anlässlich dieser Ereignisse sollen die SuS im Postkasten einen Brief oder eine Karte an ihre Großmutter (oder eine andere Bezugsperson) schreiben und über den Wiederaufbau berichten. Außerdem stehen Kohlestifte, Briefumschläge, Papier und Karten zur Verfügung, um den Dom und dessen Zerstörung zeichnerisch darzustellen. Als Beispiel ist eine Postkarte aus dem Jahre 1961 vorhanden.

Für die Erkundung stehen alte Werkzeuge zur Verfügung. Sie können ein Verständnis dafür bringen, wie und unter welchen Bedingungen Kirchen gebaut wurden. Der Koffer berücksichtigt die Heterogenität der Kinder und sorgt für einen einfachen Zugang zum Thema. Die Aufgabenformate können mit wenig Material abgewandelt und fächerübergreifend angepasst werden.

Im Fokus dieses Museumskoffers steht das Paderborner Paradiesportal mit seinem reichen Bildprogramm. Allgemein befindet sich das Portal in der eingewölbten Vorhalle des Doms, welches im Mittelalter den Pilgern als Aufenthaltsort diente, die vorwiegend zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela wallfahrteten. Da zur damaligen Zeit der gotische Baustil in Mode kam, wurde der komplette Dom umgebaut. Im Zuge dieses Domumbaus entstand um 1235 n. Chr. schlussendlich an der Nordwand das gestufte Säulenportal aus Baumberger Sandstein mit lebensgroßen Gewändefiguren und einem reichen Bildprogramm.

Dieser Museumskoffer soll Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und II sowie Paderborner Dom Interessierten das Paradiesportal Paderborns in all seinen Facetten näherbringen. Hierzu enthält der Koffer verschiedene Exponate, mit denen man sich spielerisch sowie mit unterschiedlichen Sinnen, mittels des vorliegenden Materials auseinandersetzen kann. Um

einen gelungenen Einstieg, gerade bei jüngeren Klassen zu gewährleisten, kann Christoph, die

selbstgemachte Handpuppe, diese durch den Koffer führen. Er war ein Bettler vor dem Portal und kann die gesamten architektonischen Entwicklungen, anhand zweier Modelle, aus erster Hand schildern. Deshalb stellt er auch einen Experten bei Fragen dar, wenn es um das Baumaterial, die Gewändefiguren (die Heiligen), das reiche Figurenfries (Weinbergmotiv und das Himmlische Jerusalem in all seinen ikonografischen Ausläufern) und das damalige Schriftbild geht.