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Das Projekt "In der Philosophie zu Hause" stellt ein von Prof. Dr. Ruth Hagengruber ins Leben gerufenes und von Ana Rodrigues betreutes ausgezeichnetes Angebot vor, den verschiedenen kulturellen Hintergründen der Studierenden und den sich daraus ergebenden Fragen gerecht zu werden.

AKTUELLES

Workshop: Philosophie und das Problem des Superiorismus

Workshop im Programm des XVIIITH SYMPOSIUM OF THE INTERNATIONAL ASSOCIATION OF WOMEN PHILOSOPHERS: DEFINING THE FUTURE, RETHINKING THE PAST 

https://historyofwomenphilosophers.org/defining-the-future-rethinking-the-past-iaph-2021/ 

19.07.21 - 14:00-17:45 Uhr MEZ

Philosophie und das Problem des Superiorismus

Gastgeber*innnen: Björn Freter (Knoxville, Tennessee, USA), Ana Rodrigues (Paderborn University, Germany)

Die westliche Philosophiegeschichte ist reich an Zeugnissen von Selbsterhöhungen von – vermeintlich – superioren Menschen über den – vermeintlich – inferioren Anderen‹. Immer wieder finden wir dieses Muster, etwa bei Platon, Augustinus, Thomas, Hegel, Heidegger und vielen mehr.

Erstaunlicherweise ist dieselbe Philosophiegeschichte weniger reich an kritischen Auseinandersetzungen mit diesem, wie wir es nennen möchten, Superiorismus. Eine Diskussion wie mit dem superioristischen Erbe umzugehen sei findet nur gelegentlich statt, nicht selten scheint sie geflissentlich vermieden zu werden.

Da eine breite kritische Auseinandersetzung fehlt, können wir nicht sicher sein, ob der Superiorismus philosophischer Traditionen nicht in unserem gegenwärtigen Denken noch immer – im Verborgenen – fortwirkt oder nicht. Konnte etwa Immanuel Kant wirklich annehmen, dass die Menschheit sich in ihrer größten Vollkommenheit in der „Race der Weißen“ zeige, ohne dass diese Annahme Einfluss darauf hatte, was er darüber vermutete, was der Mensch wissen könne, was der Mensch tun solle, was der Menschen hoffen dürfe und was der Mensch allererst sei?

Nehmen wir für den Moment an, das eine sei vom anderen nicht zu trennen, wären dann die drei Kritiken gar nicht Kritiken der Vernunft und der Urteilskraft des Menschen schlechthin, sondern Kritiken der Vernunft und Urteilskraft bestimmter Menschen? Wenn dies aber der Fall ist, kann das nicht auch bedeuten, dass ein Denken, das sich an die Kantische Philosophie anschließt den Kantischen Superiorismus unbemerkt tradieren mochte? Und mehr noch: Wenn das Projekt der Aufklärung überhaupt in dieser Weise limitiert ist, sind dann eigentlich noch Forderungen nach der Gleichheit aller Menschen, nach Toleranz und Freiheit des Einzelnen ohne Widerspruch zu begreifen?

Wir haben uns im Umgang mit unserer philosophischen Geschichte daran gewöhnt diese Widersprüchlichkeit nicht nur auszuhalten, sondern auch zu rechtfertigen. Die westliche Philosophie, meistenteils unbarmherzig gegen Widersprüche, scheint hier voll der Nachsicht.

Im Workshop wollen wir folgende Fragen diskutieren:

Warum diese Nachsicht und mit welchen Konsequenzen? Eine Konsequenz mag darin zu finden sein, dass wir, trotz konsequenter Distanzierung vom Superiorismus, gleichwohl Superioristen in Denken und Handeln geblieben sind. Ließe sich damit erklären, weshalb sich die westliche Philosophie nach wie vor (jedenfalls meistenteils) als die schlechthinnige Philosophie versteht? Und weiter: Welche Auswirkungen kann dieses Verständnis von westlicher Philosophie für die nicht-westliche Philosophie haben? Welche Konsequenz für die westlichen, welche für die nicht-westlichen Philosophen?

 

Kostenlose Registrierung unter:

https://historyofwomenphilosophers.org/defining-the-future-rethinking-the-past-iaph-2021/ 

Leitung

Prof.in Dr.in Ruth Hagengruber

Institut für Humanwissenschaften > Philosophie > Praktische Philosophie

Head of the Department of Philosophy

Ruth Hagengruber
Phone:
+49 5251 60-2309
Office:
N2.101

Office hours:

Pls. make an appointment with the secretariat (Petra Große Holling).

 

Wiss. Ausführende

Ana Paula Coelho Rodrigues

Institut für Humanwissenschaften > Philosophie > Praktische Philosophie

In der Philosophie zu Hause

Ana Paula Coelho Rodrigues
Phone:
+49 5251 60-2424
Office:
N2.117

Office hours:

Montags 13:30 Uhr (ab 11.10., bis dahin via Zoom auf E-Mail-Anfrage)

 

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