No­bel­pre­is­träger­in Herta Müller und die Uni­versität Pader­born

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Neue Veröffentlichung untersucht Poetik des „Eigen-Sinns“

Verbindung mit Tradition: Bereits seit dem Wintersemester 1989/90 besteht eine enge Beziehung zwischen der Nobelpreisträgerin Herta Müller und der Universität Paderborn. Müller hielt damals die Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller inne. Seitdem kehrt sie regelmäßig für Vorträge und Lesungen zurück. Ihr Werk hat nicht nur die deutschsprachige Literaturlandschaft geprägt, sondern auch die Forschung an der Universität Paderborn maßgeblich beeinflusst. Prof. Dr. Norbert Otto Eke hat mit seiner Herta Müller-Forschungsstelle und zahlreichen Publikationen die akademische Auseinandersetzung mit Müllers Werk vorangetrieben. In einer neuen Veröffentlichung („Irrläufe. Herta Müllers Poetik des Eigen-Sinns“) analysiert Eke die sprachlichen Spielereien und metaphorischen Verdichtungen in Müllers Texten.

„Diese Untersuchung ist nicht nur für Literaturwissenschaftler*innen, sondern auch für eine breite Öffentlichkeit und insbesondere für Studierende von großem Interesse. Die Universität Paderborn spielt hierbei eine zentrale Rolle, da sie eine langjährige Verbindung zu Herta Müller pflegt, die 2012 von der Fakultät für Kulturwissenschaften mit einer Ehrendoktorwürde geehrt wurde“, so Eke. In seinem Werk beleuchtet er, wie Herta Müllers Texte einzigartige, oft schräg anmutende Bilder schaffen, die den Lesenden in eine Welt der Irritation und Reflexion entführen. Eke: „Müllers poetologisches Prinzip des semiotischen Überschießens wird dabei als zentraler Aspekt ihrer Erzählkunst hervorgehoben, der ethisch-moralische Fragestellungen aufwirft und zur Auseinandersetzung mit der menschlichen Bedingung anregt.“

Die enge Verbindung zwischen Herta Müller und der Universität Paderborn zeigt sich in zahlreichen gemeinsamen Projekten und Veranstaltungen. Bereits 1991 veröffentlichte Eke das erste umfassende Buch über Herta Müller, gefolgt von vielen weiteren wissenschaftlichen Arbeiten. Müllers Paderborner Vorlesungen fanden Eingang in zentrale Werke wie „Wie Wahrnehmung sich erfindet“ und „Der Teufel sitzt im Spiegel“.

Mit der Veröffentlichung von „Irrläufe“ wird die Forschung zu Herta Müllers Werk vertieft und erweitert. Die Universität Paderborn setzt damit ihre Tradition fort, bedeutende literarische und kulturelle Debatten zu fördern und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

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