Ma­r­cel­la Ab­dal­la: Sind wir schon da? Ei­ne künst­le­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der ara­mä­i­schen Di­a­spo­ra

"ܐܶܡܰܬܝ ܡܳܛܶܝܢܰܢ ܚܢܰܢ" [ej.mat.mo.ti.nan.ax.nan] ("Sind wir schon da?") 

[di'aspoRa]
Substantiv, f., aus dem Altgriechischen: „Zerstreuung"

Der Begriff Diaspora beschreibt die Zerstreuung einer Bevölkerungsgruppe, die ihre Heimat aus Zwang verlassen musste. Statt einer einheitlichen Migration entsteht ein Netzwerk von Gemeinschaften in unterschiedlichen Ländern, während im Ursprungsgebiet meist nur eine Minderheit zurückbleibt.

Die Entscheidung, die Heimat zu verlassen, wird oft so lange hinausgezögert, bis die Situation unerträglich wird und jede Aussicht auf Besserung schwindet. Schweren Herzens wird das Zuhause verlassen, ohne jegliche Gewissheit, was einen erwarten könnte. 

Nach der Ankunft zeigt sich häufig ein Gefühl des Nur-Geduldet-Seins. Allein Namen, Herkunft und gesellschaftliche Zuschreibungen beeinflussen Zugänge und Grenzen. Viele migrantische Familien nehmen diese Ungleichheiten wahr, sprechen sie jedoch nicht aus, da Kritik schnell als Undankbarkeit gelesen wird.

Hinzu kommen nicht verarbeitete Traumata, insbesondere in der ersten Generation. Um alte Wunden nicht erneut zu öffnen, bleibt die Vergangenheit oft verschlossen. Für nachfolgende Generationen bleiben Fragen zur Herkunft unbeantwortet und die Nähe zur eigenen Kultur erschwert.

Diese Arbeit setzt hier an. Sie macht Diaspora als fortdauernden Prozess sichtbar und nähert sich den Leerstellen, dem Schweigen und der transgenerationalen Weitergabe von Erinnerung.

 

Vernissage: Samstag, 31. Januar 2026, 16:00 Uhr
Öffnungszeiten: 1. - 4. Februar, 12:00 - 18:00 Uhr
Villa [V-Gebäude]
Warburgerstr. 100, 33098 Paderborn