Am 11. Dezember um 18 Uhr fand an der Universität Paderborn die 22. Ausgabe der Popkritik unter dem Titel „All I Want for Christmas is Popkritik“ statt. Veranstaltungsort war das Grill/Café auf dem Campus, in dem sich die Studierenden versammelten.
Inhaltlich widmete sich der Abend ganz dem Zusammenspiel von Weihnachten, Popmusik und musikalischen Traditionen. Wie bei der Popkritik-Ausgabe davor wurde diesmal auch auf ein klassisches Podium verzichtet. Stattdessen stand eine gemeinschaftlich kuratierte Spotify-Playlist im Mittelpunkt: Alle Teilnehmenden waren eingeladen, eigene Songs einzubringen – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie Hintergrundwissen zu Entstehung, Songtext oder den Interpret*innen beitragen konnten. Moderiert wurde der Abend von Alyssia Schröder und Julian Burkert, die durch die Beiträge führten und Diskussionen anregten.
Ein anfänglicher Diskussionspunkt bildete der Song „Do They Know It’s Christmas?“ des Band Aid-Projektes von Bob Geldof. Hier wurde insbesondere der westliche Blick auf Weihnachten sowie die problematische, teils koloniale Perspektive auf Afrika thematisiert. Während die zugrunde liegende Spendenaktion durchaus positiv bewertet wurde, stand die Reproduktion stereotyper Darstellungen deutlich in der Kritik.
Darüber hinaus spielten persönliche Weihnachtstraditionen eine wichtige Rolle. Verschiedene Teilnehmende brachten Lieder wie „Machet die Tore weit“ ein und berichteten von eigenen Erfahrungen, etwa aus Choraktivitäten oder familiären Ritualen. Diese Beiträge zeigten, wie stark klassische und kirchlich geprägte Musik weiterhin das Weihnachtsfest prägt.
Einen spannenden Kontrast dazu boten Einblicke in südamerikanische Weihnachtstraditionen, bei denen schnell deutlich wurde, wie unterschiedlich Weihnachten kulturell gestaltet sein kann, sowohl musikalisch als auch in seiner allgemeinen Ausrichtung.
Auch popkulturelle Kuriositäten fanden ihren Platz: So wurde etwa Billy Idols Version von „Frosty the Snowman“ diskutiert, die exemplarisch für fragwürdige oder zumindest ungewöhnliche Weihnachtsadaptionen bekannter Popstars steht.
Insgesamt bot die Popkritik XXII einen abwechslungsreichen und diskussionsreichen Abend, der wissenschaftliche Perspektiven, persönliche Erfahrungen und popkulturelle Phänomene miteinander verband und so einen gelungenen Auftakt für die anschließende „Popmas“-Weihnachtsfeier bildete.